Proxyserver

Ein Proxyserver ist praktisch eine Vermittlungsstelle zwischen zwei miteinander kommunizierenden Computern im Netz. Wenn man mit dem Browser eine Internetseite öffnet, stellt der eigene Computer eine Anfrage an den Server auf dem sich die Seite befindet und fügt als Absenderinformation seine IP-Adresse ein. Das ist nötig, damit der Webserver weiß an wen er die Seite schicken muss. Der Zielserver muss also die eigene IP-Adresse kennen, um antworten zu können. Das bewirkt natürlich, dass kein Seitenaufruf im Internet anonym ist. Hinter IP-Adressen stehen Menschen, die ihre IP-Adresse vom Internet-Server-Provider zugewiesen bekommen. Das heißt, zumindestens Ihr Internet Dienst Anbieter, weiß immer zu welcher IP-Adresse Sie als Person gehören. Darüber hinaus ist der Anbieter durch das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung verpflichtet diese Daten 180 Tage zu speichern. Es ist also jederzeit nachvollziehbar wann Sie in den letzten sechs Monaten welche Seite aufgerufen haben.

Ein Proxyserver übernimmt jetzt die Aufgabe stellvertretend für Sie den Zielserver zu kontaktieren. Das heißt Sie stellen eine Anfrage mit Ihrer eigenen IP-Adresse an den Proxyserver und dieser leitet sie an das eigentliche Ziel weiter und ersetzt dabei Ihre IP-Adresse durch seine eigene. Der Zielserver antwortet jetzt an die IP-Adresse des Proxyservers und der Proxyserver leitet die Antwort an Ihre IP-Adresse weiter. Der Zielserver bekommt Ihre IP-Adresse also gar nicht zu Gesicht und weiß daher auch nicht wer Sie sind. Die folgende Grafik soll das Prinzip näher veranschaulichen:

proxy.gif

Schematische Darstellung einer Verbindung über einen Proxyserver

Im Internet gibt es eine große Anzahl freier Proxyserver die sich kostenlos nutzen lassen. Bei ihrer Nutzung gilt es allerdings einige Dinge zu beachten. So lässt sich beispielsweise nicht prüfen wer diesen Proxy und aus welchen Gründen betreibt. Von daher sollten vertrauliche Informationen niemals unverschlüsselt über einen Proxy gesendet werden. Warum vertrauliche Informationen sowieso niemals unverschlüsselt versendet werden sollten und wie man sie verschlüsselt wird im Kapitel Email näher erläutert. Ausserdem muss man sich darüber klar sein, dass der Proxyserver nichts weiter leistet als Ihre IP-Adresse vor dem Zielserver zu verbergen. Das heißt wenn Sie über einen Proxyserver das Ziel XY kontaktieren weiß XY nicht wer Sie sind. Der Proxyserver weiß aber, wer Sie sind, dass Sie XY kontaktiert haben und auch was Sie auf dem Zielserver XY gemacht haben (welche Seiten sie abgerufen haben, ob und welche Daten Sie eventuell eingegeben haben etc). Ein weiterer Nachteil ist, dass die Verbindung über einen Proxy in der Regel deutlich langsamer ist als eine direkte Verbindung. Freie Proxys eignen sich von daher kaum für einen Transfer größere Datenmengen wie es z.B. beim Anschauen von Videos im Internet der Fall ist. Wenn aber bloß gewünscht wird eine Seite aufzurufen und gegenüber dem Server dieser Seite anonym zu sein, ist die Nutzung eines freien Proxys eine durchaus praktikable Möglichkeit.

Konfiguration einer Proxyverbindung mit Firefox:

Zwar lässt sich auch ohne Erweiterung mit Firefox eine Verbindung über einen Proxyserver konfigurieren, jedoch wird hier aus Gründen der besseren Bedienbarkeit, insbesondere des schnellen Umschaltens zwischen verschieden Proxyservern und der direkten Verbindung die Konfiguration mittels der Firefox Erweiterung SwitchProxy Tool erklärt.

Zusätlich benötigt man natürlich noch die Verbindungsdaten eines freien Proxyservers.

Eine Zeile der Tabelle bezieht sich jeweils auf einen Proxyserver.

Klicken Sie jetzt in der neuen SwitchProxy Toolbar, die sich direkt unter der Lesezeichen-Symbolleiste des Browsers befindet auf das Symbol mit dem Blatt Papier.

addproxy.gif

Im anschließenden Dialogfenster Select Proxy Type belassen Sie die Einstellung auf Standard und klicken auf Next. In dem nächsten Dialogfenster Proxy Info können Sie in der Zeile Proxy Label: einen selbtgewählten Namen für den Proxyserver eintragen. Sie können hier eintragen was Sie möchten. In dem Feld hinter der Zeile HTTP Proxy muss die IP-Adresse des Proxyservers eingetragen werden. In dem Feld hinter Port ist die zugehörige Portnummer einzutragen. Beide Angaben sind der Proxyserverliste zu entnehmen.

proxinfo.gif

Die IP-Adresse und Portnummer müssen hier so eingetragen werden, wie sie in der Liste stehen. Das Proxylabel kann frei gewählt werden.


Bestätigen Sie dann noch mit OK und der Proxy ist konfiguriert. Um ihn zu verwenden müssen Sie jetzt noch ganz links in der ProxySwitch Toolbar auf None klicken und den Proxyserver anhand Ihres selbt vergebenen Namens auswählen.

proxselect.gif

Danach muss nur noch zur Bestätigung auf den blauen Haken geklickt werden und schon laufen die Seitenaufrufe des Browsers über den gewählten Proxyserver. Um wieder ohne Proxyserver im Internet zu Surfen brauchen Sie nur wieder Proxy: None zu wählen und mit dem blauen Haken bestätigen.

proxapply.gif

Anmerkungen:
  • Auch wenn die Liste Bezeichnungen wie anonymous oder high anonymity enthält, wissen Sie nicht wer den Proxy betreibt und können sich nicht darauf verlassen. Anonym sind Sie nur gegenüber dem Zielserver
  • Oft wechseln die Proxyserver ihre Verbindunsdaten recht häufig. Es ist also normal, dass eine Proxyverbindung irgendwann nicht mehr funktioniert und Sie eine neue einrichten müssen.
  • Sie können zum Testen der Proxyverbindung die gleiche Seite benutzten, wie zum Testen von Cookies, JavaScript, User Agent und Referrer. Solange keine Proxyverbindung aktiviert ist, wird auf der Seite Ihre echte IP-Adresse angezeigt. Bei einer Proxyverbindung sollte selbstverständlich die des Proxyservers angezeigt werden.